Der neue Glücksspielvertrag 2021: weitreichende Änderungen in der Welt der Online Casinos
Nach mehreren Jahren tritt in Deutschland ein neuer Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Die Regelungen werden ab dem 01. Januar 2021 aktuell und bringen einige Veränderungen für Online Casino Fans mit sich.
In Deutschland herrschte unter anderem auch unter den verschiedenen Bundesländern schon lange keine Einigkeit darüber, wie mit dem Thema Online-Glücksspiel umgegangen werden soll.
Einige Bundesländer, wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen und Berlin, stehen Online Black Jack und Co. nach wie vor skeptisch gegenüber. Bundesländer wie Schleswig-Holstein zielen darauf ab, das Online Glücksspiel zu legalisieren, um hiermit unter anderem auch Steuereinnahmen verbuchen zu können.
Unter anderem steht für sie auch der Jugend- und Spielerschutz haben im Fokus, um einer etwaigen Spielsucht vorbeugen zu können. Mit den neuen Regelungen wurde ein Gesetz vorgelegt, mit dem die meisten Bundesländer zufrieden sein dürften.
Welche Regeln gelten bisher und worin liegt das Problem?
Mit Hinblick auf Fragen wie „Ist das Glücksspiel in Deutschland legal?“, „Welche Glücksspiele darf ich in Deutschland spielen?“ und „Welche Regeln gelten in meinem Bundesland?“ herrscht oft Unklarheit. Durch den aktuellen Glücksspielvertrag ist grundsätzlich festgelegt, dass im Internet eigentlich kein Glücksspiel stattfinden darf. ABER: wer eine entsprechende Genehmigung vorlegt und eine Lizenz vorweisen kann, bewegt sich wiederrum – zumindest in Deutschland – auf legalem Terrain.
Unter anderem können beispielsweise verschiedene Anbieter von Sportwetten und die Landesspielbanken die entsprechenden Erwartungen erfüllen.
Besonders verwirrend wird das Ganze jedoch mit Hinblick auf die Tatsache, dass jedes Bundesland hier im Zusammenhang mit einer entsprechenden Lizenzvergabe seine eigenen Entscheidungen treffen kann. Und exakt an dieser Stelle kommt Schleswig-Holstein ins Spiel. Das Bundesland hat sich die entsprechenden Regelungen zunutze gemacht. Die Folge: die Online Casinos dort haben die Möglichkeit, eine Lizenz zu beantragen.
Die anderen Bundesländer reagieren hier noch ein wenig „verhalten“, auch wenn das Thema hin und wieder angesprochen wird.
Zudem scheinen sich die deutschen Regelungen und die Regelungen, die auf internationaler Ebene beachtet werden müssen, zu widersprechen bzw. nicht miteinander vereinbar zu sein.
Neue Regelungen: Was soll sich durch den Glücksspielvertrag 2021 ändern?
Durch den neuen Glücksspielvertrag sollen die Regelungen rund um das Glücksspiel nun vereinfacht werden. Zusammengefasst haben es sich die Verantwortlichen zur Aufgabe gemacht, das Glücksspiel in ganz Deutschland (und dementsprechend in allen 16 Bundesländern) zu legalisieren.
Ein willkommener Nebeneffekt: durch die Neuregelung haben Glücksspielfans die Möglichkeit, auf eine Vielzahl an legalen Angeboten zurückzugreifen und den unseriösen Anbietern könnte so die Kundschaft entzogen werden. Um hier einen Überblick zu bekommen, helfen Vergleichsportale wie z.B. fettewette.de oder seriös.de.
Das Legalisieren der Spiele hätte zur Folge, dass die betreffenden Anbieter noch besser kontrolliert werden können. Das komplette System würde transparenter und nachvollziehbarer werden.
Doch was bedeutet das eigentlich im Detail?
Hier ein Auszug aus den neuen Regelungen in der Übersicht:
- Der neue Glücksspielstaatsvertrag sieht ein Einzahlungslimit vor.
- Jeder Spieler braucht ein Spielkonto.
- Wer im Monat 1.000 Euro investiert hat, muss mit neuen Spielen bis zum nächsten Monat warten. (Hierbei handelt es sich um einen wichtigen Punkt mit Hinblick auf eine fundierte Suchtprävention.)
- Private Anbieter können im Zuge der neuen Regelungen mehr Wettlizenzen vergeben. Aktuell gilt noch, dass 20 Lizenzen je Anbieter erlaubt sind.
- Der Jugendschutz soll noch weiter unterstützt und vorangetrieben werden.
Letztendlich sollen einheitliche, deutschlandweite Vorgaben dafür sorgen, dass jeder Glücksspielfan genau weiß, auf was er zu achten hat. Wenn das Online Glücksspiel in Deutschland aus seiner teilweise legalen bzw. illegalen Grauzone befreit wird, profitiert der Spieler von einem hohen Maß an Transparenz. Er kann sich an Details, wie zum Beispiel Lizenzen und Co., orientieren und profitiert so in vielerlei Hinsicht. Anbieter, die ihren Sitz im Ausland haben, sollen sich – sofern sie über keine Lizenz verfügen – nicht mehr an deutsche Spieler wenden dürfen. Aufgrund der neuen Regelungen wird es in Zukunft einfacher, entsprechende Vergehen und Missachtungen der Regeln zu belegen und zu verfolgen.
Einige Punkte befinden sich aktuell allerdings noch in der Klärung.
Forscher warnen! - Suchtexperten fordern mehr
Einige Suchtexperten sind mit den neuen Regelungen rund um den neuen Glücksspielstaatsvertrag 2021 nicht einverstanden. Auch Datenschützer haben bereits Skepsis angedeutet.
So empfinden einige das oben erwähnte Limit von 1.000 Euro im Monat als zu hoch. Weiterhin sei es möglich, auch diese Schranke zu umgehen, indem einfach mehrere Konten von derselben Person eröffnet würden. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um einen von mehreren Kritikpunkten, den denen aktuell gearbeitet wird.
Weiterhin soll eine sogenannte Sperrdatei vor Spielsucht schützen. In ihr sollen die Daten aller Spieler gespeichert und überwacht werden. Einen wichtigen Bestandteil dieser Regelung stellt es zudem dar, dass die entsprechenden Informationen an andere Casinos weitergegeben werden. Ein Aspekt, der (selbstverständlich) auch Datenschützer zumindest hellhörig werden lässt.
Die Uneinigkeit, mit der Deutschland aktuell den geltenden Bestimmungen gegenübersteht, scheint sich auch im kommenden Jahr fortzusetzen. Aufgrund der hitzigen Diskussionen fürchten einige der Verantwortlichen, dass der Vertrag scheitern könnte. Bedenken rund um Jugendschutz und Suchtprävention stehen hier vor allem der Aussicht auf Steuervorteile entgegen.





