MMORPGs durch grafischen Aufputz in neuem Glanz



26.06.2017  - Geschrieben von Redaktion
MMORPGs durch grafischen Aufputz in neuem Glanz


Unreal Engine auf Twitter

Totgesagte leben länger. Erst unlängst feierte das erste Grafik-MMORPG sein Comeback. Das Museum of Art and Digital Entertainment, kurz MADE genannt, erweckte das 1986 von LucasArts veröffentlichte Spiel „Habitat“ wieder zum Leben. Obwohl „Neohabitat“ als Open-Source-Projekt für Windows und Mac verfügbar ist, war es ursprünglich als Commodore-64-Version angelegt. Und während ein Revival eines Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiels eher die Ausnahme ist, ist die Grafik der MMORPGs unbestritten ein Dauerthema.  

Was zum Wesen einer guten MMORPG-Grafik gehört

Die Zeiten sind längst vorbei, da MMORPGs arm an Texturen, Lichteffekten und Physik waren. Das Maß aller Dinge sind die Spiel-Engines CryEngine und Unreal Engine. Während CryEngine eine Spiel-Engine des deutschen Entwicklerstudios Crytek ist, kommt die Unreal Engine aus dem Haus des US-amerikanischen Computerspielentwicklers Epic Games. Wer sich nicht dem Diktat der Masse beugen will, geht eigene Wege, wovon Spiele wie „EverQuest“ oder „Skyforge“ zeugen. Mit der Entwicklung einer hauseigenen Grafik-Engine sind zwar erhebliche Kosten verbunden, die Ergebnisse können sich aber durchaus sehen lassen.

Bless zwischen fotorealistischer Grafik und fraglicher Portierung
Das koreanische Entwicklerstudio Neowiz rund um Chefdesigner Jacob Han hatte von Beginn an hochfliegende Pläne. Erklärte Absicht war es, eine Spielwelt ungeheuren Ausmaßes zu schaffen, die in fotorealistischer Grafik daherkommt. Die Voraussetzungen zur Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele bot die Unreal Engine 3. Nicht genug damit. Epic Games hat sich gar bereit erklärt, dem Wunsch des Bless-Herstellers zu willfahren und mit einem eigenen Landschaftstool zu operieren.


MMORPG.org.pl auf Twitter

Zweifelsohne darf die grafische Umsetzung als gelungen bezeichnet werden, ob sie allerdings den fotorealistischen Ansprüchen genügt, steht auf einem anderen Blatt. Zuletzt stand die Zukunft des Online-Rollenspiels auf tönernen Füßen. Namentlich als das AAA MMORPG nicht länger online verfügbar war, sprach alle Welt vom Ende der geplanten West-Portierung. Doch der für die Euro-Version zuständige Publisher Aeria Games beruhigt. Noch 2017 wird das hübsche Fantasy-Spektakel aus Korea auf dem hiesigen Markt erhältlich sein. Sind die Probleme des Kampfsystems und der ungenügenden Performance erst einmal gelöst, steht einem ungetrübten Spielvergnügen nichts im Weg.

Unreal Engine 4 auf der Wunschliste der WoW-Fans
Die Bedeutung von „World of Warcraft“, dem MMORPG des US-amerikanischen Computerspielentwicklers Blizzard Entertainment, steht außer Frage. Seit 2009 hält das Spiel den Guinness-Weltrekord für das beliebteste Multiplayer-Online-Rollenspiel, bis Juli 2012 brachte es mehr als 10 Milliarden US-Dollar ein.
Für einen reibungslosen Spielverlauf und eine ansprechende Grafik bedürfen Windows-User wenigstens des Betriebssystems Windows XP, 35 GB Festplattenspeicher, 4 GB Arbeitsspeicher und einer NVIDIA GeForce GTX 470. Mac-Freunden ist indes mit Mac OS X 10.11, 4 GB RAM und einer NVIDIA GeForce gedient. Alles in allem braucht es also einen aktuellen Mittelklasserechner, den Kluge im Internet beziehen. Immerhin räumt der Online-Kauf Sparmöglichkeiten ein. Wer sich etwa gern auf der sicheren Seite befindet und mit einem Acer Aspire GX-781 Intel Core i5-7400 kokettiert, stürzt sich mit 8 GB RAM, 128 GB SSD und 1 TB HDD, GeForce GTX 1050 Ti sowie Win10 ins Gefecht. Dafür muss man regulär 949 Euro berappen, mit einem Gutschein jedoch rund 50 Euro weniger. Mehr Informationen zu diesem oder einem ähnlichen Kostenvorteil erhält man hier.
Dass der Verkaufsschlager WoW über ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat, sieht man ihm an. Zwar hat Blizzard Entertainment in der Vergangenheit die Grafik unentwegt verbessert, für eine sichtliche Verbesserung wäre allerdings der Umstieg auf die Unreal Engine 4 unerlässlich.
Welches Potenzial in der modernen Technologie steckt, zeigt der YouTuber Daniel Luchau. Er hat sich die Mühe gemacht, Elwynn Forest, Westfall und Duskwood aus WoW mit der Unreal Engine 4 nachzubauen. Die Früchte seiner Arbeit dürfen als Videos und Updates auf YouTube bestaunt werden.


Elwynn Forest in Unreal 4 (early build) von Daniel L

Willkommenes Lifting für Dofus
Was es realiter bedeutet, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und zu neuen Ufern aufzubrechen, kriegte erst jüngst der französische Entwickler Ankama Games am eigenen Leib zu spüren. Es ist kein Leichtes, eine grafische Neuorientierung zu finden, die einesteils mit der Zeit geht, andernteils die Fans nicht vergrault. Immerhin ist „Dofus“ seit September 2004 auf dem Markt.



DOFUS auf Twitter

Es überrascht deshalb wenig, dass bei der grafischen Frischzellenkur nichts dem Zufall überlassen blieb. So liegt der Fokus erst einmal auf der Ergonomie der wichtigsten Benutzeroberflächen. Vertraute Anhaltspunkte bleiben erhalten, während sich gleichzeitig die Interaktionen mit dem Spiel für neue wie erfahrene Spieler intuitiver und praktischer anfühlen. Im Klartext heißt das, dass „Dofus“ fortan mit einem neuen Design der Benutzeroberflächen, einer neuen Vollbild-Karte und neuen Tooltipps für Zaubersprüche und Gegenstände aufwartet. Es besteht die Möglichkeit, die Elemente der Hauptbenutzeroberfläche nach Gefallen zu verschieben wie zu skalieren und zusätzliche Zauberspruchleisten hinzuzufügen. Doch das ist erst der Anfang. Wer sich über die aktuellen Baustellen auf dem Laufenden halten will, klinkt sich am besten ins Dofus-Lab ein. Auf diesem Forum darf sogar jeder nach Belieben seine Meinung kundtun.

DOFUS – Trailer von Ankama INT


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