Star Wars: The Old Republic Kolumne: Der Fall des Gewöhnlichen

Star Wars: The Old RepublicAls vor ein paar Tagen die Nachricht die MMOG-Szene traf, dass Star Wars: The Old Republic im Herbst auf ein anderes Bezahlmodell wechseln wird, beschlich mich ein komischen Gefühl in der Magengegend. Anschließend plagten mich Alptraum-Visionen über die Zukunft des Genres. Nun ja, beides könnte auch am nicht ganz leichtem Essen vom Grill gelegen haben. Aber mal ehrlich, der Wechsel ist nun nicht gerade verwunderlich.

06.08.2012  - Geschrieben von Redaktion
Star Wars: The Old Republic - Kolumne: Der Fall des Gewöhnlichen
Rivven-Gilde für MMOspy am 06. August 2012

Als vor ein paar Tagen die Nachricht die MMOG-Szene traf, dass Star Wars: The Old Republic im Herbst auf ein anderes Bezahlmodell wechseln wird, beschlich mich ein komischen Gefühl in der Magengegend. Anschließend plagten mich Alptraum-Visionen über die Zukunft des Genres. Nun ja, beides könnte auch am nicht ganz leichtem Essen vom Grill gelegen haben. Aber mal ehrlich, der Wechsel ist nun nicht gerade verwunderlich. 

SWTOR erschien im Dezember 2011
Star Wars: The Old Republic erschien im letzten Jahr mitten im Dezember, pünktlich zur Weihnachts- bzw. Geschenkzeit und man unkte schon, ob da nicht Druck vom Publisher EA hinter stand und ob das Spiel selber damit nicht zu früh veröffentlicht werden würde. Das Spiel kam zu früh auf den Markt, aber nicht nur um vielleicht ein paar Monate, sondern um Jahre. Versteht mich nicht falsch: SWTOR ist ein nettes Spiel und es hat Spaß gemacht zumindestens einen Charakter auf Maximal-Stufe zu bringen, aber die Halbwertzeit des Spieles liegt bei 1-3 Monaten, je nach Spielertyp. Star Wars: The Old Republic ist auf dem typischen easy-to-play Konzept gebaut: Questen bis zur höchsten Stufe, dann ab in die Tretmühle des sogenannten 'Gear Grinding' mittels Tagesmissionen, Instanzen oder Raids. Aber auf diesem Konzept basieren schon zig andere Spiele, wie Rift, Everquest oder WoW seit über einer Dekade und bieten dabei noch nebenbei wesentlich mehr zusätzliche Features als es BioWare mit SWTOR tut. Sicherlich, die voll animierten Interaktionen mit den Questgebern und die teilweise sehr fesselnde Hauptgeschichte der jeweiligen Klassen sind toll gemacht und sorgen zumindestens beim Ersterleben für viel Spaß, aber dies reicht heutzutage nicht mehr, um das Groß der Spielerschaft an ein Produkt langfristig zu binden.

Aber die Problematik der Gestaltung des Endgames bzw. die Anzahl und Art der Features in einem Spiel, welche für Langzeitmotivation sorgen könnten, ist nicht nur auf Star Wars: The Old Republic beschränkt. Auch TERA, mit seiner etwas anderen Kampfmechanik, The Secret World, mit dem drei Fraktionen-PvP und dem klassenlosen System oder auch das kommende The Elder Scroll Online, welches uns bislang von den Entwicklern nur als weiteres easy-to-play Konzept vorgestellt wird, werden mittelfristig Kunden verlieren bzw. die Massen gar nicht erst begeistern. Vor Jahren wären solche Spiele noch begierig von der MMOG-Spielerschaft aufgenommen worden, doch das Konzept, das Design ist ausgelutscht und man kann keinen Blumentopf mehr damit gewinnen – obwohl diese Aussage zu relativieren ist, würde man nur die reine Rentabilität sehen.

Raumkämpfe sollen für Abwechslung sorgen
Rift und World of Warcraft haben die Zeichen zumindestens ein wenig erkannt und steuern dagegen. Mit den Expansions 'Storm Legion' und 'Mists of Pandoria' wird nicht nur neuer Content für die Jagd nach der besten Ausrüstung hinzugefügt, sondern auch neue Möglichkeiten ins Spiel eingebaut, um einen Spieler zu beschäftigen. Und es wird auch dringend nötig sein, nicht umsonst werden Spiele wie Guild Wars 2 oder ArcheAge, welche entweder neue Wege gehen bzw. einen Haufen Features zur Unterhaltung des Spielers einbauen, derzeit von der Spielerschaft auf ein Podest gehoben. Es gilt also festzuhalten: 'Gear Grinding Endgame Content' – eindeutig einen Eintrag ins Bullshit Bingo wert – ist nicht mehr das Allheilmittel bzw. die Garantie zum Geld drucken.
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 Dawi ist OfflineOffline
Dawi sagt:6.08.2012, 22:24 Uhr
Hmm, bin der Meinung, dass das Verbessern der Items immer noch zu den größten Motivationsfaktoren gehört. Auch wenn die Leute teilweise darüber meckern, wird es den meisten dann letzten Endes doch fehlen, sollte es gänzlich fehlen. Da bin ich mir sicher.

Für mich ist ein MMO komplett ohne Gear Grinding ein kurzlebiges MMO. Ich stehe da sicherlich nicht alleine dar. Wichtiger ist es, eine Vielfalt ins Endgame zu bringen. Mehrere Wege zu liefern. Es gibt nämlich noch eine ganze Reihe an Spielern, die beispielsweise finden, dass man bei SWTOR viel zu schnell ausgepimpt ist. Was ist aber, wenn man es gar nicht mehr muss? Wenn es nur noch gilt Skills oder Skins zu holen und kein wirklicher Fortschritt in der Charakterstärke mehr möglich ist? Ist das dann nicht das wirkliche easy-to-play? Man muss dann nicht mehr Zeit investieren, um sich für eine Instanz ready zu machen. Es geht sofort, das heißt, die Instanzen werden nach wenigen Stunden bei den meisten clear sein. Und was ist dann? Wieso sollte man noch einmal eine Instanz machen, wenn die Belohnungen nicht entscheidend sind? Nicht umsonst werden Instanzen in andere Spielen kaum mehr gelaufen, wenn man seine Items daraus bekommen hat. Die Frage ist, wie GW2 die Leute langfristig motivieren möchte.

Die Kunst muss halt sein, Grindingaspekte unterhaltsam zu gestalten. Ich bin gespannt, wie GW2 das hinbekommt. Die Events fand ich schon ganz lustig, aber nach meiner 3. Beta war es auch nicht mehr so spannend. Aber immer noch besser als das, was man teilweise in anderen Spielen sieht. Bei ArcheAge sehe ich übrigens noch mehr Neuerungen, zumindest was den Einfluss auf die Umwelt betrifft.
 Rewi ist OfflineOffline
Rewi sagt:7.08.2012, 10:12 Uhr
Als wenn es in SWTOR viel zu grinden gibt... In Villains hat fast die Hälfte SWTOR gespielt und keiner hatte viel zu tun da. Also easy to play ist eine völlig korrekte Bezeichnung
 Dawi ist OfflineOffline
Dawi sagt:7.08.2012, 12:01 Uhr
Ich habe doch eigentlich gesagt, dass es wenig zu Grinden gibt in SWTOR...
"Es gibt nämlich noch eine ganze Reihe an Spielern, die beispielsweise finden, dass man bei SWTOR viel zu schnell ausgepimpt ist"...
 Catpaw ist OfflineOffline
Catpaw sagt:9.08.2012, 19:14 Uhr
Was ich von GW2 gesehen habe hat mir durchaus gefallen und es GIBT dort die Möglichkeit besseres Gear zu sammeln, aber eben nicht diese "Spirale" - die mich persönlich shcon ziemlich nervt.

Aber das ist auf jeden Fall Geschmackssache. Es gibt auch Leute denen eben diese Item-Spirale den Sinn im Spiel gibt, aber für die ist der Tisch meiner Meinung nach schon reichlich gedeckt. Aber eben für uns andere, denen das zum Hals raushängt, da fehlt es an ordentlichen Spielen.

Wer die ItemSpirale liebt, der hat im Normalfall schon ein Spiel das in fesselt, der braucht einfach nicht alle 2 Monate ein Neues auf dem Markt.
 Dawi ist OfflineOffline
Dawi sagt:12.08.2012, 16:22 Uhr
Ja, da stimme ich dir vollkommen zu. Es gibt mittlerweile genügend Games mit Itemsspiralen, wobei immer noch Spiele erfolgreich sein können, wenn sie neben den Standardkrams auch noch genügend innovative Features bereitstellen können und ein Setting besitzen, das sich von den Konkurrenten unterscheidet.

Ich glaube, dass SWTOR mit der U3 oder Cryengine3, dem Kampfsystem von Tera und Events und PvP ala GW2 das perfekte Spiel für mich persönlich gewesen wäre. Man kann nur nicht alles haben ;) = Zwinker
 Dawi ist OfflineOffline
Dawi sagt:12.08.2012, 16:36 Uhr
"Die derzeitige aktive Accountanzahl erscheint aber arg übertrieben, da zum Beispiel die Server in Europa von anfangs 127 auf satte 8 geschrumpft sein soll."

Ich zähle 11 relativ gut besuchte europäische Server (http://www.swtor.com/de/server-status). Für Amerika sind es 12~. Macht also 23 gut besuche Server weltweit. 500.000 aktive Accounts klingt dann schon noch realistisch.
 Catpaw ist OfflineOffline
Catpaw sagt:13.08.2012, 19:20 Uhr
Ja, das gute SWTOR, hätte wäre, wenn! Für mich auch - aber leider hat es nicht :( = Trauriger Smilie >Würde< ein Spiel auftreten, dass diese Dinge gekonnt einbringt und genug abseits davon bietet und das ganze in einem Rahmen bekommt, der wieder Spaß macht, wäre das sicherlich für viele ein warhgewordener Traum. Leider hat mir persönlich die Zeit gezeigt, dass sich momentan niemand so richtig ran traut. Entweder man bringt, was alle haben und hofft, dass man genug Spieler kriegt um zu bestehen - oder aber man wählt wie bei GW2 einen Weg abseits des Gears. Eine Mischung ist sicherlich riskant, da man Glück haben müsste mit dem eigenen Konzept den Nerv der Massen zu treffen.

Daher fürchte ich, wird das erstmal ein "Traum" bleiben :<
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Star Wars: The Old Republic
Webseite:
Besuchen
Genre:
Sci-Fi
Status:
Veröffentlicht
Erstes Release:
20.12.2011
PVP:
Ja
Bezahlsystem:
Free to Play
Entwickler:
BioWare
Publisher:
Electronic Arts
Star Wars: The Old Republic Star Wars: The Old Republic 66 100